Ist es schwer, ein Buch zu schreiben?

Diese Frage habe ich mir zu Beginn auch gestellt. Heute vor genau einem halben Jahr habe ich den Entschluss gefasst, egal wie schwer es auch sein möge, es zu versuchen. Es ist also mal Zeit für ein Resümee.

Wenn ich mir rückblickend den Zeitaufwand ansehe, dann habe ich auf jeden Fall so einiges unterschätzt. Ich dachte immer, das Schreiben selbst wäre das größte Arbeitspaket, aber weit gefehlt. Mitte Februar bin ich mit einer fixen Idee gestartet, die binnen eines Wochenendes zu einem Plot herangereift war. Was folgte war einfach das Niederschreiben der Idee und es war auch das, was bei weitem am meisten Spaß gemacht hat. Aber wie zuvor schon erwähnt, dass ging schneller rum, als zunächst vermutet. Knapp acht Wochen später war alles getippt und mein Mann musste als erstes Opfer herhalten.

Dabei ist die Schwelle, in welchem Stadium ich meinen kleinen Schatz den Augen anderer offenbare, sehr unterschiedlich. Schließlich wollte ich mich nicht blamieren oder eine gute Idee durch einen dilettantischen Text zunichtemachen. Also habe ich immer wieder korrigiert und überarbeitet. Aber wenn das nach zwei Monaten erledigt war, warum habe ich es dann nicht schon längst veröffentlicht?

Weil es genau das war, was ich unterschätzt habe - die Überarbeitung. Denn der erste Schuss ist mit Nichten der Letzte. Inzwischen habe ich das Buch annähernd sechs Mal komplett gelesen (stöhn) und auch wenn ich die Geschichte liebe und es immer wieder Momente gibt, in denen ich andächtig verharre und nicht wirklich glauben kann, dass mir das so eingefallen ist, es nervt. Immer wieder einen Satz nach dem nächsten lesen. Ist es glaubwürdig, klingt das komisch, kommt da ein Komma hin... Es ist zermürbend. Und weil man nun mal Dinge, die man nicht gern tut nach hinten schiebt, ist jetzt auch schon Mitte August.

Es gab Tage, da hätte ich am liebsten alles hingeschmissen, habe tagelang nicht ein Wort gelesen. Aber wenn man es schon geschafft hat, 350 Seiten zu Papier zu bringen, dann ist der Schritt zum Wegwerfen unüberwindbar groß. Ich hatte immer das Gefühl, es Emilia und Robert schuldig zu sein, ihre Geschichte zu erzählen. Die beiden haben es einfach verdient beachtet zu werden. 

Was bleibt also als Erkenntnis? Schließlich war ich Trottel ja auch noch so einfältig und habe gleich mal eine ganze Trilogie geplant. Aufgeben kann ich jetzt also nicht mehr und noch zwei weitere Male werde ich das durchstehen müssen. Denn nichts ist unbefriedigender, als eine unvollendete Buchreihe (und ich spreche da als Leserin aus eigener Erfahrung).

Ja, es gab Höhen und Tiefen, Momente in denen ich aufgeben wollte, aber es hat mir auch wundervolle Stunden geschenkt. Noch immer gibt es Kapitel, in denen mir selbst die Luft wegbleibt und ich den Tränen nach bin oder herzhaft lache. Und das größte Geschenk habe ich noch gar nicht erwähnt. Wenn man eine SMS bekommt, weil dein Leseopfer so ergriffen ist. Wenn du dir zum Vorwurf machen musst, dass es schwer ist einen Text Korrektur zu lesen, da dabei immer wieder die Zeilen vor den Augen verschwimmen und das Papier nass wird.

Ist es also schwer ein Buch zu schreiben? Es ist auf jeden Fall anstrengend, nervenaufreibend, schlafraubend, frustrierend - und wundervoll. Ich würde und werde es wieder tun. Auch wenn ich jetzt schon weiß, dass es Stunden geben wird, in der ich diese Entscheidung verfluchen werde.

Liebste Grüße

Eure Maria

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